Druck- und Völlegefühl im Oberbauch, Appetitlosigkeit, Aufstoßen, Sodbrennen, Übelkeit, schmerzhafte Koliken...
geschrieben von Dr. A. Heinsen
Dyspepsie
Druck- und Völlegefühl im Oberbauch, Appetitlosigkeit, Aufstoßen, Sodbrennen, Übelkeit, schmerzhafte Koliken...
Die beschriebenen Symptome können Hinweise für die Erkrankung einer Dyspepsie sein. Im allgemeinen Sprachgebrauch spricht man eher von Verdauungsstörungen: "ich Vertrage nicht alles, ich fühle mich aufgebläht".
Die Ursachen für diese Erkrankung sind vielfältig. Hierbei wichtig ist, dass bei einer Eigentherapie sie nicht aus dem Auge verlieren sollten, dass auch ernsthafte Erkrankung des Magen-Darm-Traktes (zum Beispiel eine Entzündung, ein Geschwür, ein Krebsleiden oder eine Hormonstörung) hinter diesen Beschwerden stehen können. Deshalb ist es wichtig, die Eigentherapie nicht länger als 14 Tage zu betreiben. Danach sollte bei weiter bestehenden Beschwerden auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden.
Was können Sie tun?
Dominieren saures Aufstoßen und Sodbrennen ...
gehören säurehemmende Wirkstoffe zu den Mitteln der Wahl. Rezeptfrei erhalten Sie seit kurzer Zeit so genannte Protonenpumpenhemmer, zum Beispiel Omeprazol oder Pantoprazol in der Dosierung 20 mg, einmal am Tag einzunehmen. Ältere Medikamente wären zum Beispiel der H2-Blocker Famotodin (Pepticdual Kautabletten) und Ranitidin (Zantic 75mg). Säure binden kann man auch mit Antacida (Talcid).
Stehen Blähungen im Vordergrund ...
hilft der Wirkstoff Simeticon (Sab simplex). Dieses Medikament ist auch in der Schwangerschaft einsetzbar.
Bei krampfhaften Schmerzen ...
hat sich Butylscopolamin (Buscopan) bewährt.
Beruhigend wirkt...
nicht nur die Anwendung medizinischer Medikamente. Auch Extrakte aus Anis und Kümmel, Fenchelsamen oder Kamillenblüten sowie Pfefferminzblättern stehen zur Verfügung. Insbesondere wirken deren ätherischen Öle auf die Magenbeweglichkeit und den Weitertransport der Speisen. Auch haben sie eine entkrampfende Wirkung. Schleifenblume, Enzian- und Angelika-Wurzel regen durch ihre Bitterstoffe die Beweglichkeit des Magens und die Sekretion von Verdauungssäften an. Das bekannteste Medikament ist hier sicherlich die Tropfenlösung Iberogast.
Wenn besonders fettiges Essen auf dem Plan steht...
muss unser Verdauungstrakt eine hohe Leistung in der Fettverdauung erbringen. Häufig stellt sich ein Völlegefühl ein. Da kann es sinnvoll sein, diese Beschwerden durch verdauungfördernde Enzyme zu lindern. Beispielsweise lässt sich Schweine-Pankreatin (Enzym Lefax forte Pankreatin Kapseln) einsetzen. Ebenso bewährt haben sich Extrakte aus den Blättern der Artischocken (Hepar-SL forte). Sie regen die Bildung von Gallensäuren und deren Sekretion in die Gallenblase an.
Generell gilt allerdings...
dass das Ernährungsverhalten der entscheidende Faktor für das Vermeiden einer Dyspepsie ist. Anstelle weniger großer haben sich mehrere, über den Tag verteilte kleine Mahlzeiten bewährt. Mindestens 2 Stunden vor dem Schlafengehen sollten die Betroffenen nichts mehr essen. Vermeiden werden sollten zudem scharf gebratene und/oder stark gewürzte Speisen.
Rauchen sowie Alkohol und Kaffee können dyspeptische Beschwerden
verschlimmern. Der Umgang mit dem alltäglichen Stress und Hektik im beruflichen und persönlichen Alltag ist auch ein entscheidender Faktor, um Magenbeschwerden gar nicht erst aufkommen zu lassen. Hier lohnt es sich vielleicht, über Entspannungstechniken sowie einen sportlichen Ausgleich nachzudenken.
Manchmal hilft auch...
bei Beschwerden das langsame Kauen von Weißbrot oder schlafen mit erhöhtem Oberkörper. Dass ein heißes Glas Milch vor dem schlafengehen Beschwerden lindern soll, ist sicherlich fragwürdig.
In der täglichen Küche...
kann das verwenden von verdauungfördernden Gewürzen wie Kümmel, Anis oder Koriander vorbeugend zum Einsatz kommen. Der Spaziergang nach dem Essen oder eine Bauchmassage helfen. Während des Essens sollte man vermeiden, übermäßig Luft zu schlucken. Es gilt also: Vermeiden Sie hastiges Essen und Trinken, unterbrochen von Gesprächen.
Schwer verdauliche Lebensmittel wie Steinobst, einige Gemüsesorten wie Blumenkohl, Kohlrabi sowie Hülsenfrüchte sollten durch bekömmlichere Lebensmittel ersetzt werden.
Gute Besserung!
Dr. Heinsen



