Heuschnupfen

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Für viele Patienten beginnt jetzt die Zeit, in der sie allergische Beschwerden haben. Am häufigsten dabei ist die allergische Rhinitis.


geschrieben von Dr. A. Heinsen

Heuschnupfen

Für viele Patienten beginnt jetzt die Zeit, in der sie allergische Beschwerden haben. Am häufigsten dabei ist die allergische Rhinitis.

In diesem Jahr gibt es zwei Besonderheiten in Bezug auf den Pollenflug. Der lange Winter lässt praktisch die Blüte der Hasel-, Erlen- und Birkenpollen gleichzeitig kommen. Außerdem werden die Birken dieses Jahr besonders viele Pollen freisetzen (Mastzeit der Birken). Dieser Umstand agalt auch im letzten Jahr.

Es gibt wirksame Allgemeinmaßnahmen zum Schutz vor Pollen. Dazu gehören etwa, die Fenster im Schlafzimmer geschlossen zu halten, die Bekleidung des Tages nicht im Schlafzimmer auszuziehen, täglich die Bettwäsche (zumindestens des Kopfkissen) neu zu beziehen. Auch sollte eine abendliche Haarwäsche sowie die Anwendung einer Nasendusche die Pollenlast reduzieren.

Häufig reichen diese Maßnahmen allein nicht aus. Im ersten Schritt einer medikamentösen Therapie sollte immer versucht werden, durch lokal wirksame Medikamente (zum Beispiel Nasensprays, Augentropfen) die Beschwerden in den Griff zu bekommen. Bei der Anwendung von Nasensprays sollten kortisonhaltige Nasensprays verwendet werden, da es hier nicht zu der gefürchteten Austrocknung der Nasenschleimhaut kommt. Die Anwendung von Erkältungsnasensprays ist nicht angezeigt. Häufig wird durch die Anwendung der Nasensprays gleichzeitig eine bestehende Konjunktivitis (Reizung der Bindehäute des Auges) reduziert.

Bedarf es einer zusätzlichen Linderung der Beschwerden, stehen Antihistaminika -meist in Tablettenform- zur Verfügung. Heute sollten hier in erster Linie Medikamente der zweiten Generation eingesetzt werden, da sie weniger müdemachend sind. Dazu gehören als verschreibungsfreie Substanz Cetirizin und Loratadin. Weitere Substanzen sind Azelastin und Levocabastin. Insbesondere die letzten beiden Wirkstoffe werden in lokaler Applikation als Nasenspray oder Augentropfen angeboten. In der Regel ist der Wirkeintritt von Azelastin und Levocabastin in etwa 15 Minuten zu erwarten, die Medikamente in Tablettenform benötigen etwa 40-60 Minuten. Antihistaminika sollte man in der pollensaison durchnehmen, da sie auch einen gewissen antientzündlichen Effekt haben und somit insgesamt die Beschwerden besser lindern können, als bei bedarfsweiser Anwendnung.

Vorbeugend können Patienten mit leichten Beschwerden auf Substanzen zurückgreifen, wie etwa Cromoglicinsäure oder Nedocromil. Bei diesen Medikamenten sollen die Mastzellen stabilisiert werden, so dass weniger Histamin, welches die überreizten Schleimhäute hervorruft, ausgeschüttet wird. Die Einnahme muss allerdings einige Tage vor dem Zeitraum, in dem die Beschwerden erwartet werden, beginnen. Die Anwendung ist mindestens zwei bis viermal täglich notwendig.

Beklagen sie als Patient zusätzlich einen Hustenreiz, ist das als erstes Zeichen für einen möglichen Etagenwechsel des Heuschnupfens zu werten. Hierbei sollte dann eine Ausschlussdiagnostik in Bezug auf einen Beginn eines Asthmas erfolgen. Wenn sie sich hierzu bitte an Ihren Hausarzt.


In der homöopathischen Therapie hat sich zum Beispiel das Lungenkraut (Adhatoda vasica) bewährt, das gegen Fließschnupfen, Tränenflussund brennende Augen Wirksamkeit zeigt. Bei Beschwerden der Atemwege kann auch auf den getrockneten Kürbis (Luffa operculata) zurückgegriffen werden. Des weiteren ist zu nennen Galphimica glauca, dass bei Leitsymptomen von tränenden, juckenden Augen sowie Fließschnupfen angewendet wird. Unter den Schüßler-Salzen wird bevorzugt die Nummer acht (Natrium chloratum) zu Linderung der Heuschnupfensymptome benutzt.

Bezüglich einer langfristigen Therapie (Hyposensibilisierung) wenden Sie sich bitte an Ihren Hausarzt. Diese spezifische Immuntherapie (SIT) bei Pollenallergien vermag über Jahre die Beschwerdeintensität deutlich zu senken. Diese Therapie lohnt sich auch für ältere Patienten.


Ich wünsche Ihnen eine gute Gesundheit!

Internetlinks zum Thema:
Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst
Pollenflugvorhersage der Firma Hexal
Pollenflugvorhersage und Biowetter des Deutschen Wetterdienstes
Informationen zum Thema Allergie der Firma Ratiopharm
Zeitungsartikel Ärztezeitung Ausgabe 62 vom 06. April 2011 (nasale Kortisonsprays)

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 16. August 2011 um 16:35 Uhr  

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